| Eva-Maria Wöls

Rekord-Dürre in der Landwirtschaft

Rinderhaltung und Futterversorgung unter Druck

Die anhaltende Trockenheit stellt die österreichische Landwirtschaft im Jahr 2026 vor enorme Herausforderungen.

Österreichische Hagelversicherung

Besonders für rinderhaltende Betriebe verschärft sich die Situation durch teilweise massive Ertragseinbußen im Grünland und bei Futterkulturen. Vielerorts sind die Vorräte für Herbst und Winter bereits jetzt knapp, während die Nachfrage nach Grundfuttermitteln steigt.

Nach Angaben der Österreichischen Hagelversicherung belaufen sich die durch Dürre verursachten Schäden in der Landwirtschaft mit Stand 10. August 2026 auf rund eine Milliarde Euro. Betroffen sind sämtliche Bundesländer und nahezu alle Kulturen. Besonders im Grünland sind die Folgen der klimawandelbedingten Trockenheit deutlich spürbar. Regional fehlen auf den Futterwiesen bis zu 50 Prozent des üblichen Ertrags. Für zahlreiche viehhaltende Betriebe wird damit die Futterversorgung zunehmend zur Herausforderung. Besonders betroffen sind neben Niederösterreich auch Teile der Steiermark, des Burgenlandes und Oberösterreichs. Auf einzelnen Betrieben reichen die eigenen Futterreserven nicht mehr aus. Teilweise müssen Tierbestände reduziert werden und es kommt zu vorgezogenen Schlachtungen. Für rinderhaltende Betriebe steht derzeit vor allem die Sicherstellung der Futterversorgung im Mittelpunkt. Die Landwirtschaftskammer Österreich empfiehlt eine frühzeitige Bestandsaufnahme der vorhandenen Futterreserven sowie die Prüfung alternativer Futterquellen. Wichtig ist es, den tatsächlichen Bedarf für die kommenden Monate möglichst genau zu kalkulieren und rechtzeitig Futter zuzukaufen. Der Maschinenring sowie die Landwirtschaftskammer bieten dafür Futtermittelbörsen an, um den Zu- und Verkauf zwischen Landwirt:innen zu erleichtern.

 

 

Links zu den Futtermittelbörsen:

Maschinenring: MR Grundfutterbörse

LK: Angebote | LK Österreich

 

Des Weiteren werden diesbezüglich Informationsveranstaltungen von einzelnen Landwirtschaftskammern angeboten. Die LK Niederösterreich stellt die Aufzeichnung vom Webinar „Futtermangel – Was tierhaltende Betriebe jetzt tun können“ zum Nachsehen auf ihrer Homepage zur Verfügung.

Futtermangel: Webinar jetzt zum Nachsehen | Landwirtschaftskammer Niederösterreich

Die LK Steiermark veranstaltet zu diesem Thema am Freitag, 21. August ein kostenloses Webinar (ohne Anmeldung). Informationen finden Sie unter:

Webinar: Futtermangel – Was können Tierhaltungsbetriebe jetzt (noch) tun? | Landwirtschaftskammer Steiermark

 

Die Situation zeigt einmal mehr, wie entscheidend ein vorausschauendes Futtermanagement und die Nutzung bestehender Unterstützungsangebote sind. Für viele Rinderbetriebe werden die kommenden Wochen maßgeblich dafür sein, ob ausreichende Futterreserven für den Winter aufgebaut werden können. Der Austausch unter Betrieben, die Nutzung von Futterbörsen sowie die Inanspruchnahme von Beratungs- und Weiterbildungsangeboten können dabei wichtige Bausteine sein, um die Auswirkungen der Trockenheit 2026 bestmöglich abzufedern.

 

 

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