| Roswitha Eder

ENSURE Fruchtbarkeit im Fokus

Neue Datenquellen für ein erfolgreiches Herdenmanagement und die Zucht

Eine gute Fruchtbarkeit ist die Grundlage für eine wirtschaftliche und nachhaltige Milchviehhaltung.

ENSURE

Der Einfluss zahlreicher Faktoren von Tiergesundheit über Haltung und Fütterung bis hin zu Umweltbedingungen stellt hohe Anforderungen an das Management. In ENSURE wird daher untersucht, wie moderne Datenquellen effektiv genutzt werden können, um die Einflussfaktoren auf die Fruchtbarkeit besser zu verstehen und Betriebe künftig noch gezielter im Herdenmanagement zu unterstützen. Ziel des Teilprojekts 4: „Bessere Fruchtbarkeit, Tiergesundheit und Tierwohl“ (ENSURE better reproduction, animal health and welfare) ist es, vorhandene Daten aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verknüpfen und daraus praxistaugliche Lösungen für die Milchviehhaltung abzuleiten.

Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung eines neuen Werkzeuges zur Verbesserung des Fruchtbarkeitsmanagements. Dazu werden Informationen aus der MLP, FB- und Gesundheitsdaten, Klimadaten sowie für Betriebe mit verfügbaren Daten aus AMS, Sensorsystemen oder Kraftfutterstationen auch letztere gemeinsam ausgewertet. Spezielles Augenmerk wird dabei auf die tierindividuellen MIR-Spektraldaten gelegt. Die im Rahmen von breed4green abgeleiteten MIR-Gleichungen zur Energiebilanz werden hierbei getestet und deren Einfluss auf eine erfolgreiche Besamung untersucht. Die daraus gewonnen Erkenntnisse sollen zu einem besseren Verständnis über die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Fruchtbarkeit und der zuverlässigeren Bestimmung des optimalen Besamungszeitpunkts führen. Das Ziel von ENSURE ist es, tier- und betriebsindividuelle Empfehlungen für den optimalen Besamungszeitpunkt bereitzustellen. Informationen zur tierindividuellen Fruchtbarkeit und Leistung können beispielsweise bei der Auswahl des besten Besamungszeitpunktes oder geeigneter Tiere mit sehr guter Fruchtbarkeit für den Einsatz von gesextem Sperma helfen. Sie können auch bei der bewussten Wahl eines späteren Besamungszeitpunktes für Kühe, bei denen sonst zum Zeitpunkt des Trockenstellens noch eine sehr hohe Milchleistung zu erwarten wäre, unterstützen, und so zur Optimierung von Leistung und Eutergesundheit beitragen.

Zusätzlich werden im Teilprojekt 3: „Verbesserung von Resilienz und Nachhaltigkeit durch Zucht“ (ENSURE better breeding to enhance resilience and sustainability) neue Phänotypen für Fruchtbarkeit aus Sensorinformationen entwickelt und deren genetische Parameter geschätzt werden. Zusammen mit den bisher verfügbaren Informationen zu Besamungen und Kalbungen aus dem RDV können so auch Änderungen in Aktivitätsmessungen und Brunstalarmen für die züchterische Verbesserung der Fruchtbarkeit genutzt werden. Die bisherigen Merkmale für die züchterische Verbesserung der Fruchtbarkeit zeichnen sich durch sehr niedrige Erblichkeiten aus. Erste Arbeiten lassen für Hilfsmerkmale abgeleitet aus Sensoren höhere Erblichkeiten und damit mehr Zuchtfortschritt erwarten.

Derzeit werden noch Betriebe gesucht, die das Projekt unterstützen möchten. Dafür benötigen wir lediglich ihre Zustimmung zur Nutzung der Daten aus dem RDV und die Beantwortung eines kurzen Fragebogens zum Management auf ihrem Betrieb. Mit ihrer Teilnahme tragen sie dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse in praxisnahe Lösungen zu überführen – mit dem Ziel, der Praxis konkrete Werkzeuge und Hilfestellungen zu liefern, die Fruchtbarkeit, Tiergesundheit und Tierwohl künftig noch gezielter und datenbasiert verbessern zu können. Bei Interesse melden sie sich bitte bei ihrem zuständigen LKV-Mitarbeiter.

Autorin: Katharina Schodl, ZuchtData

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