Blauzungenimpfung 2026: Rechtzeitig vorsorgen schützt Tier und Betrieb
Die Blauzungenkrankheit hat sich im Jahr 2025 in vielen Regionen Österreichs ausgebreitet. Vor allem die Serotypen BTV-3 und BTV-8 wurden nachgewiesen, zusätzlich trat zu Jahresbeginn auch der Serotyp BTV-4 auf. Fachleute gehen davon aus, dass auch in der kommenden Vektorsaison wieder Fälle auftreten werden.
Das Gesundheitsministerium, die AGES, die Veterinärmedizinische Universität Wien und Tiergesundheit Österreich empfehlen daher in einer gemeinsamen Stellungnahme dringend die Impfung gegen die derzeit in Österreich zirkulierenden Serotypen BTV-3, BTV-4 und BTV-8.
Das neuste Webinar der Tiergesundheit Österreich zum Thema Blauzungenkrankheit finden sie hier.
Impfung ist derzeit der beste Schutz
Die Blauzungenkrankheit wird durch kleine Stechmücken – sogenannte Gnitzen – übertragen und kann bei Wiederkäuern zu schweren Krankheitsverläufen führen. Besonders Schafe sind betroffen, aber auch Rinder können deutliche gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden erleiden.
Eine Kreuzimmunität zwischen den Serotypen besteht nicht. Impfstoffe schützen daher nur gegen jene Serotypen, die im jeweiligen Impfstoff enthalten sind. Verfügbar sind derzeit Kombinationsimpfstoffe gegen BTV-4 und BTV-8 sowie ein Impfstoff gegen BTV-3.
Die Fachinstitutionen empfehlen daher die Impfung klinisch gesunder Tiere im gesamten Bundesgebiet.
Impfzeitpunkt: bis Ende Mai
Damit die Tiere rechtzeitig geschützt sind, sollte die Grundimmunisierung oder Auffrischungsimpfung möglichst im Frühjahr erfolgen und idealerweise bis Ende Mai abgeschlossen sein.
- Tiere, die im Vorjahr gegen BTV-4 oder BTV-8 grundimmunisiert wurden, sollten heuer eine Auffrischungsimpfung erhalten.
- Tiere, die 2025 gegen BTV-3 grundimmunisiert wurden, sollten einmalig nachgeimpft werden.
Mehrere Impfstoffe können gleichzeitig verabreicht werden, allerdings an unterschiedlichen Injektionsstellen. Die in Österreich zugelassenen Impfstoffe sind inaktivierte Vakzine und sehr gut verträglich.
Auch betroffene Betriebe sollten impfen
Auch Betriebe, die im vergangenen Jahr bereits von der Blauzungenkrankheit betroffen waren, sollten ihre Tiere impfen lassen. In einer Herde infizieren sich meist nicht alle Tiere, sodass viele Tiere keine natürliche Immunität entwickeln.
Impfung reduziert wirtschaftliche Schäden
Eine Infektion kann zu erheblichen Leistungseinbußen führen, etwa durch
- geringere Milchleistung
- schlechtere Zunahmen
- niedrigere Geburtsgewichte
- zusätzliche Behandlungskosten
Neben den wirtschaftlichen Auswirkungen bedeutet eine Erkrankung auch eine große emotionale Belastung für die Tierhalter.
Die Impfung „verursacht“ hingegen planbare Kosten und kann das Risiko solcher Verluste deutlich reduzieren. Die Erfahrungen aus der vergangenen Saison zeigen zudem deutlich: Rund 98 % der infizierten Tiere waren ungeimpft.
Empfehlung: frühzeitig planen
Betriebe sollten daher rechtzeitig mit ihrem Betreuungstierarzt einen Impfplan abstimmen, damit der Schutz der Tiere noch vor Beginn der nächsten Gnitzen-Saison aufgebaut ist.
Eine frühzeitige Impfung ist derzeit die wirksamste Maßnahme, um Tiergesundheit zu schützen und wirtschaftliche Schäden zu vermeiden.
Autorin: Mag. Vera Hinteregger