Geschichte

Die RINDERZUCHT AUSTRIA hatte ihren Ursprung 1954 mit der Gründung des Vereins „Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter“. Im Laufe der Zeit wurden die Aufgaben erweitert und an die Gegebenheiten angepasst. 2021 erfolgte die Umbenennung in RINDERZUCHT AUSTRIA.

Litzlbauer
1954: 7.105 Kontrollkühe werden noch zur Arbeitsleistung eingesetzt. Bis ca. 1950 werden fast alle österreichischen Rinderrassen als Zugtiere verwendet.

Anfang der 50er Jahre wurde aufgrund von verschiedensten Gegebenheiten in der Zucht, Leistungskontrolle und Vermarktung der Ruf nach einem österreichweiten gebündelten und gemeinsamen Vorgehen für die Rinderzucht laut.

Gründung der ZAR

Landwirtschaftsminister, Braunviehzüchter und Gründungsobmann Ök.-Rat Franz Thoma, Stmk.

1954 erfolgte sodann die Gründung des Vereins „Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter“ (ZAR) in Wien. Der 1. Obmann war der Braunviehzüchter und damalige Landwirtschaftsminister Franz Thoma. Als Aufgaben waren die Interessenvertretung der österreichischen Rinderzüchter:innen und die Verbesserung der heimischen Rinderzucht und deren Geltung im In- und Ausland definiert. Dies steht bis heute im Mittelpunkt aller Aktivitäten, die sich im Laufe der Zeit stark erweitert haben. Beispiele dafür sind hier die immer wichtiger werdenden Bereiche Bildung und Forschung.

Unter den späteren Obmännern Huber, Mandorfer, Pollhammer, Gurtner, Sauer und Pumberger wurde die Linie der Gemeinsamkeit und des gegenseitigen Verständnisses fortgesetzt. Unter der  Obmannschaft von Herrn Ök.-Rat Anton Wagner (2005-2016) wurde einerseits die bewährte Konsenspolitik fortgesetzt, andererseits wurden viele wichtige und mutige Schritte in technischer und organisatorischer Hinsicht gesetzt. Im April 2016 wurde der Tiroler Stefan Lindner einstimmig von den Mitgliedern zum neuen Obmann gewählt.

Die bisherigen Geschäftsführer waren Müller, Ebenbauer, Hartmann (1980-1993), Potucek (1993-2003) und Sturmlechner (2003-2016). Seit April 2016 ist DI Martin Stegfellner Geschäftsführer.

Zeittafel

Jahr wichtige Ereignisse
1954 Gründung der ZAR
1955 Berechtigung zur Führung des Spezialsiegels des Europ. Komitees zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit von Milchtieren (heute IKLT)
60er Jahre Einführung der automatisierten Datenverarbeitung und Etablierung der Lochkartenstelle
1963 erste Zuchtwertschätzung (Töchterpopulationsvergleich für Milch)
1967 Schaffung und Einführung der österreichweit eindeutigen Lebensnummer
1970 Übergabe sämtlicher EDV-Aktivitäten der ZAR an das LFRZ
1975 Übersiedlung des ZAR-Büros von der Lassallestraße in die Gumpendorferstraße. Einrichtung der ZAR - eigenen EDV Gruppe für die Neuerstellung von Programmen, deren Wartung sowie die Überwachung der Durchführungen
1980 Einführung der EDV für die Herdebuchführung bei den Zuchtverbänden
1985 Zuchtwertschätzung: Einführung BLUP-Vatermodell für Milch
1992 Zuchtwertschätzung: Einführung BLUP-Tiermodell für Milch und Persistenz
1995 Zuchtwertschätzung: Einführung Nutzungsdauer, Fruchtbarkeit, Kalbeverlauf und Fleisch
Übersiedlung in die Universumstraße 33/8, 1200 Wien.
1998 Zuchtwertschätzung: Einführung des ökonomischen Gesamtzuchtwertes, Einführung Zellzahl und Totgeburtenrate
1999/2000 Umstellung der gesamten EDV auf den Rinderdatenverbund (RDV)
2000 Beginn der gemeinsamen Zuchtwertschätzung mit Deutschland (Exterieur Fleckvieh) Zuchtwertschätzung: Einführung Melkbarkeit und Gebrauchskreuzungszuchtwert
2001 Gründung der ZuchtData EDV-Dienstleistungen GmbH
2002 Gemeinsame Zuchtwertschätzung mit Deutschland für alle Rassen und alle Merkmale
2004 Übersiedlung in das Haus der Tierzucht, Dresdner Straße 89/19, 1200 Wien
2006 Projektstart „Gesundheitsmonitoring beim Rind“. Start des ZAR-Newsletters.
2007 Mitgliedschaft beim Förderverein für Biotechnologieforschung, FBF, Start der Online-Fotodatenbank (erreichbar unter http://bilder.zar.at), Reduktion der Zuchtwertschätzung auf 3 Termine pro Jahr.
2008 Start von Bildungsprojekten der ZAR, der LKV Schleswig- Holstein tritt dem Rinderdatenverbund bei
2009 10 Jahre Rinderdatenverbund, Gesundheitszuchtwerte für Fleckvieh
2010 Qualitätszertifikat für Leistungsprüfung bei Milch- und Fleischrindern, Ausarbeitung und Versand des 5 Punkteprogramms der RINDERZUCHT AUSTRIA
2011 Erfassung von Gesundheitsdaten wird fixer Bestandteil im Zuchtprogramm, Beschluss zur Vergabe von Auszeichnungen für die Lebensleistung von Fleischrindern, Genomische Zuchtwertschätzung beim Fleckvieh, ZAR erhält als Bildungsträger das Zertifikat nach der ISO-Norm 29990, Internationale Anerkennung für die genomische Zuchtwertschätzung beim Braunvieh, Start des Projektes „OptiGene“
2012 Anpaarungsplaner OptiBull, Inkrafttreten der Schauregeln der RINDERZUCHT AUSTRIA, Start des Projektes „Efficient Cow“
2013 Zuchtwerte für Gesundheitsmerkmale für Braunvieh, Veröffentlichung genetischer Besonderheiten und Erbfehler auf der Zuchtwertdatenbank der ZAR
2014 60 Jahr Feier der ZAR, Start des ADDA (Advancement of Dairying in Austria)-Projekts
2016 Die "Ära" Obmann Anton Wagner geht zu Ende. Stefan Lindner wird neuer Obmann, DI Martin Stegfellner neuer Geschäftsführer
2016 Gründung des Dachvereins „Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ) durch die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter, Verband Österreichischer Schweinebauern, Österreichischer Bundesverband für Schafe und Ziegen, Zentrale Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft, Arbeitsgemeinschaft Rind und Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Pferdezüchter.
2018 Start des Forschungsprojektes D4Dairy zur Digitalisierung, Datenintegration, Erkennung und Entscheidungshilfe für die Milchproduktion unter Federführung der ZAR mit 30 Wirtschaftspartnern und 12 Wissenschaftspartnern
2021 Umstellung des Zuchtwertschätzverfahrens für die Rassen Fleckvieh und Brown Swiss auf das Single Step Verfahren
2021 Umbenennung des Vereins „Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter“ (ZAR) in RINDERZUCHT AUSTRIA