Pinzgauer

Pinzgauer sind eine der letzten bodenständigen Rassen im Alpengebiet mit umweltbedingter Härte und Anpassungsfähigkeit. Dank ausgeprägtem Mutterinstinkt und gutmütigem Temperament ist es auch in der Mutterkuhhaltung sehr beliebt – bemerkenswerte Qualität, feine Faserung, Saftigkeit und gute Marmorierung zeichnen das Fleisch dieser Rinderrasse aus.

Nutzungsrichtung

Thomas Sendlhofer
eine typische Pinzgauerkuh, die den Doppelnutzungstyp perfekt zur Geltung bringt

Das Pinzgauer Rind kann als milchbetonte Doppelnutzungsrasse und/oder Fleischrasse sowie als Gebrauchskreuzung mit Fleisch- und Milchrassen aufgrund bester Anpassungsfähigkeit und Weidetauglichkeit eingesetzt werden.

Das Pinzgauer Rind ist mittel- bis großrahmig, mit einem auffallend langen Rumpf und kurzem Kopf. Es ist kastanienbraun mit breitem, weißem Streifen vom Widerrist über den Rücken, der Hinterseite der Oberschenkel sowie vom Bauch bis zur Unterbrust. Der Schwanz ist ebenfalls weiß, die Klauen zeichnet ihre dunkle, harte Beschaffenheit aus. Über den Unterschenkeln und in der Regel auch über den Oberarmen laufen weiße Binden. Gelegentlich findet man auch Tiere mit schwarzer Fellfärbung, welche sich großer Beliebtheit erfreuen. Der genetisch hornlosen Variante, auch bekannt unter „Jochberger Hummel“, kommt in der Mutterkuhhaltung als auch in der Milchviehzucht wachsende Bedeutung zu.
Pinzgauer haben eine gute Brust- und Flankentiefe sowie eine ausgeprägte Oberschenkel-Bemuskelung. Jahrhundertelange Zuchtarbeit unter schwierigsten Voraussetzungen haben das Pinzgauer Rind zu einer besonders widerstandsfähigen und robusten Rasse geformt. Heute ist diese Rasse weltweit in mehr als 30 Staaten verbreitet.
Das Pinzgauer Rind präsentiert sich derzeit als leistungsbetonte Doppelnutzungsrasse und macht es aufgrund der breiten genetischen Varianz sowohl für die Milch- als auch Fleischproduktion interessant.

Statistik und Verbreitung

Region Anzahl
Weltweit

auf vier Kontinenten

Europa

in über 10 Ländern

Österreich

40.000 Tiere

Rassenanteil in Österreich

2%

Die Verbreitung dieser Rasse erstreckt sich hauptsächlich über Österreich und Osteuropa. In Deutschland vor allem im Südosten Oberbayerns sowie in den östlichen Bundesländern wird diese Rasse als Fleischrind gehalten. Einzelne Populationen gibt es unter anderem in Südafrika, Kanada, USA, Australien und Neuseeland.

Parameter Wert
Ø Milchleistung

6.500 kg – 3,88% F – 3,30% E (305 Tage)

Ø Tagesgewichtzunahmen (g in 200 Tage)

M: 1.136, W: 1.045  

Kontrollbetriebe (Herden)

1.800

Widerristhöhe (cm, Ø)

142

Gewicht (kg, Ø)

675

Herdebuchkühe

10.000

Ursprung

Salzburg (A)

Historische Entwicklung

Zeitpunkt

Ereignis

800 v. Chr. Ahnen des Pinzgauer Rindes kamen mit den Kelten in das heutige Stammzuchtgebiet der Hohen Tauern Salzburgs
19. Jhdt. Entstehung der Rasse durch Einkreuzung von Rindern aus dem Wallis in bodenständige Landrassen Österreichs. Das Pinzgauer Rind war ein klassisches Dreinutzungsrind, was für Milch und Fleisch und wegen seiner Zugkraft erhalten wurde. Noch im 19. Jhdt. zielte die Zucht hauptsächlich auf kräftigere Zugtiere ab, die in der Landwirtschaft benötigt wurden.
1820 Export in das heutige Gebiet von Rumänien, Tschechien und der Slowakei. In der österreichisch- ungarischen Monarchie war es bereits die verbreitetste Rinderrasse
Ende 19. Jhdt. Gründung erster Züchtervereinigungen, Definition der Pinzgauer Rasse
1896 Erstes Herdbuch
1939 - 1945 Pinzgauer Rinderzüchter verloren die Eigenständigkeit. Einschränkung aller züchterischen Aktivitäten
1950 Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Pinzgauer
1957 In Österreich noch der zahlenmäßig größte Rassenblock
1965 - 1971 Aufhebung der Rassenbeschränkung durch Änderung der Tierzuchtgesetzte. Daraus folgte Hereinnahme von Red Friesian-Blut und dadurch Verbesserung der Milchleistung, Euterform und Melkbarkeit.
2016 Aufzuchtverluste, neuer GZW
2017 ZWS für Fleisch- und Generhaltungsrassen

Zuchtprogramm

Weitere Informationen zum Zuchtprogramm und zur Rasse finden Sie unter: www.pinzgauerrind.at