D4Dairy - Digitalisation, Data integration, Detection and Decision support in Dairying
Neue Technologien sind dabei, die Milchwirtschaft zu revolutionieren. Neben züchterischen Errungenschaften in der Genomik halten auch die Informations- und Kommunikationstechnologien (z.B.: Internet of Things, Sensortechnik) Einzug in den modernen Kuhstall. Statt punktueller Messungen erfassen Sensoren in Echtzeit das Wohlbefinden der Tiere oder streamen aktuelle Stallbedingungen. Die großen Datenmengen, die durch das Monitoring anfallen („Big Data“), versprechen völlig neue Einsichten in die Tiergesundheit. Die Digitalisierung bedeutet eine große Chance, aber auch eine große Herausforderung für die bäuerliche Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie.
Projektstruktur
D4Dairy hat das übergeordnete Ziel, mittels eines datengestützten, vernetzten Informationssystems unter Ausschöpfung der Möglichkeiten moderner Technologien (Mid-Infra-Red Spektren, Genominformation, …) und fortgeschrittener Datenanalysen eine digitale Unterstützung des Managements am Milchviehbetrieb aufzubauen und damit eine weitere Verbesserung der Tiergesundheit, des Tierwohls und der Produktqualität zu erreichen.
Aufbauend auf dem COMET-Projekt ADDA wurde das bestehende Netzwerk entlang der Wertschöpfungskette Milch um Technologieanbieter und Wissenschaftspartner mit dem Fokus auf neuen Technologien zum D4Dairy Konsortium erweitert.
Die Subprojekte von D4Dairy gliedern sich in zwei primäre Themenfelder:
Area 1: Daten und Entscheidung - Digitalisierung, Datenintegration und Entscheidungsunterstützung
In den letzten Jahren hat die Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung von Daten in Milchviehbetrieben dramatisch zugenommen. Um eine sinnvolle Nutzung dieser Daten zu ermöglichen, liegt der Schwerpunkt in Area 1 auf der Integration der in den Betrieben generierten Daten (Daten von gesundheitsbezogenen Sensoren, automatischen Fütterungssystemen, Antibiotikaeinsatz, Stallklimadaten,..) bzw. der Interoperabilität der in den Betrieben eingesetzten Systemen und der Prozessentwicklung und -optimierung mit dem Ziel Entscheidungsunterstützungsinstrumente zu generieren. Die Projekte in diesem Bereich umfassen Arbeiten zu Aspekten der Qualitätssicherung, des Datenaustausches, des Datenschutzes als auch der Erforschung von Zusammenhängen von verschiedenen Merkmalen. Aufbauend auf den Ergebnissen und Erkenntnissen aus den verschiedenen Forschungsprojekten werden Werkzeuge für Landwirte und Tierärzte zur Entscheidungsunterstützung entwickelt. Verschiedene Strategien zur Reduzierung des Risikos einer Antibiotikaresistenz sind auch ein wichtiger Bestandteil dieser Area. Außerdem laufen in Area 1 alle Ergebnisse aus D4Dairy zusammen, da hier der Informations- und Wissenstransfer erfolgt, sowie Studien im sozialen Kontext (Wissenstransfer, Akzeptanz) durchgeführt werden.
P1.1 befasst sich mit der Datenvernetzung zwischen den Projektpartnern und hat das Ziel, eine erweiterte Datengrundlage für die Forschungsfragen und die Entwicklungen verbesserter Anwendungen für Landwirte zu schaffen.P1.1 erfasst Ist-Zustand und Bedürfnisse der verschiedenen Stakeholder (Landwirte/Technikanbieter/Organisationen/…) im Bereich der Digitalisierung in der Milchproduktion. Ein Fokus liegt dabei auch auf der Arbeitswirtschaft und Prozessqualität. Ein weiteres Arbeitspaket klärt Fragen des Schutzes von Daten und geistigen Eigentums, so dass die entwickelten Datenaustauschverfahren und Anwendungen die rechtlichen und wirtschaftlichen Anforderungen der Partner erfüllen.P1.1 entwickelt die technischen Voraussetzungen für den automatisierten Datenaustausch zwischen den Projektbeteiligten. Dies umfasst den Routinedatenaustausch zwischen den RDV-Datenbanken und den öffentlichen und Industriepartnern sowie den Austausch erweiterter Datensätze für spezifische Forschungsfragen. Neue IT-Konzepte für die Sicherstellung der Datenqualität von Sensorsystemen und die effiziente Organisation von Datennutzungs- und –weitergaberechten werden untersucht.Für neu etablierte Anwendungen erfolgt eine intensive Testphase auf Pilotbetrieben. Die Erkenntnisse aus D4Dairy fließen in Konzepte für künftige Weiterentwicklung neuer Merkmale und Dienstleistungen ein.
Die Verfügbarkeit integrierter und neuartiger Daten in Kombination mit fortschrittlichen Analysemethoden ermöglicht eine frühere Erkennung des Auftretens potenzieller Gesundheitsprobleme in Milchviehbeständen und ermöglicht so ein zeitnäheres Eingreifen. D4Dairy zielt darauf ab, Möglichkeiten für datengesteuerte Strategien zur Verbesserung der Gesundheit zu entwickeln und die Landwirte bei der Nutzung solcher Strategien und Instrumente zu unterstützen, damit sie aufkommende Gesundheits- und Tierwohlprobleme rechtzeitig vorbeugen oder darauf reagieren können.
Daten aus digitalen Technologien wie Daten aus AMS (Automatischen Melksystemen), Sensoren und Fütterungssystemen werden genutzt, um neue Merkmale abzuleiten. Das Projekt wird sich mit der Definition von Merkmalen und deren Beziehung zu anderen interessanten Merkmalen sowie mit der Auswertung von Sensordaten zur Früherkennung von Krankheiten mit Schwerpunkt Lahmheit, aber auch Ketose und anderen befassen. Konzepte zur Optimierung von Fütterungsprozessen sind ein weiterer Arbeitsschwerpunkt dieses Projektes. Die Ergebnisse der anderen Projekte innerhalb von D4Dairy werden in die in D4Dairy entwickelten Werkzeuge zur digitalen Entscheidungsunterstützung einfließen.
Das Projekt 1.3 befasst sich mit der Harmonisierung der Antibiotika Empfindlichkeitstests (AST) für Mastitispathogene (1.3.1), der Entwicklung von Empfehlungen für Trockenstellstrategien (1.3.2) sowie der Entwicklung von Strategien zur Verbesserung der Kälbergesundheit und der Rindfleischqualität (1.3.3).
Ziel des Teilprojektes 1.3.1, in dem Labore aus ganz Österreich zusammenarbeiten, ist es, die Methodik zu standardisieren, die Vergleichbarkeit der Resistenzdaten zu ermöglichen und die Ergebnisse dieser Tests in den zentralen Rinderdatenverbund zu integrieren. AST-Daten sind dann für LandwirtInnen und TierärztInnen zugänglich und beurteilbar. In Teilprojekt 1.3.2. wird in Zusammenarbeit mit einer Molkerei und führendem Milchverarbeiter ein Entscheidungsinstrument für TierärztInnen entwickelt, um LandwirtInnen hinsichtlich der besten Trockenstellstrategie für ihren Betrieb optimal zu beraten. Im Teilprojekt 1.3.3. werden die Auswirkungen der Verfütterung von sog. „Sperrmilch“ (Milch mit Antibiotikarückständen) an Kälber und der Einfluss dieser Praxis auf die Entwicklung antimikrobiell resistenter Bakterien auf landwirtschaftlichen Betrieben untersucht, um Alternativen dazu zu etablieren.
Die Digitalisierung und Anwendung neue Sensor-Technologien sowie eine zunehmende Automatisierung nehmen in der modernen Landwirtschaft immer weiter zu und sind einer der größten Wachstumsbereiche in diesem Sektor. Die Nutzung digitaler Technologien verändert zunehmend die Art und Weise, wie landwirtschaftliche Betriebe geführt werden und stellt auch Berater und Tierärzte vor neue Herausforderungen. Für alle beteiligten Berufsgruppen bietet die Digitalisierung neue Perspektiven und Möglichkeiten, so dass ein entsprechendes Wissen essentiell für ihre Nutzung ist. Die Erwartungshaltung der Konsumenten und soziale Akzeptanz hinsichtlich der eingesetzten Technologien vor allem in der tierhaltenden Landwirtschaft spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle für das zukünftige Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit. Wir wollen in diesem Projekt mehr über die Akzeptanz moderner Technologien in der Milchwirtschaft bei allen beteiligten Gruppen erfahren und die Ergebnisse und weitere hilfreiche Informationen über verschiedene Informationskanäle verbreiten.
Area 2: Daten und Erkennung - Datengesteuerte Erkennung von Risikofaktoren und Frühindikatoren für eine verbesserte Gesundheit
Funktionale Merkmale, insbesondere Gesundheitsmerkmale, haben im Nutztierbereich in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. In diesem Zusammenhang bieten sich für das Herden-Management und die Zucht durch die Kombination von Daten aus der Automatisierung und Sensoren bzw. anderen neuen Merkmalen mit modernen, hochentwickelten Analysemethoden neue Möglichkeiten. Area 2 von D4Dairy umfasst die gesamte Bandbreite der Erfassung und Validierung neuer Merkmale, die Kombination von neuen mit bereits bestehenden Merkmalen sowie die Untersuchung möglicher Risikofaktoren hinsichtlich der Tiergesundheit mit Hilfe von neuen Methoden bis hin zur Implementierung, z.B. im Rahmen von Optimierungs- und Zuchtstrategien. Dies ermöglicht die Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierwohls. Durch die Verbesserung von beiden Merkmalskomplexen, Fitness und Leistung, können Kosten reduziert und Erträge gesteigert werden, was in Folge zu einer Erhöhung der Profitabilität des Milchviehsektors beiträgt.
Viele Tierkrankheiten entstehen durch das Zusammenspiel von genetischen und umweltbedingten Risikofaktoren. Die frühzeitige Erkennung und verbesserte Überwachung dieser Risikofaktoren kann erheblich zur Tiergesundheit und zum Tierschutz beitragen. In diesem Projekt werden die Risikofaktoren für die Entwicklung von Krankheiten untersucht und Parameter für die Früherkennung unter Verwendung neuartiger wissenschaftlicher Ansätze wie z.B. Big Data Analysen entwickelt.
Unser Ziel ist es, ein Modell zu entwickeln, das uns ermöglicht, zu entschlüsseln, wie verschiedene Genetik und Umwelt bedingte Faktoren sowie deren Wechselwirkungen zur Tiergesundheit und zum Tierschutz beitragen. Diese Modelle werden basierend auf einer umfassenden Datengrundlage, die zeitaufgelöste Phänotypen und Umweltinformationen als auch genetische Informationen für Rinder enthält, entwickelt. Das Projekt befasst sich mit der Identifizierung von frühzeitigen prognostischen Krankheitsmarkern. Erwartete Ergebnisse sind aussagekräftigere Parameter für das Herdenmanagement und die Zucht.
Mittelinfrarotspektroskopie (MIR) ist das Routineverfahren der Milchanalyse. Wurde bis vor kurzem damit nur die Konzentration von Standardinhaltsstoffen wie Fett, Eiweiß und Laktose bestimmt, können mittlerweile damit auch geringer konzentrierte Inhaltstoffen wie z.B. Fettsäuren, Keton-Körper und andere Zeigerstoffe wie Lactoferrin hinreichend genau gemessen werden. Neueste Untersuchungen konnten zeigen, dass der Gesundheits- und Ernährungszustand von Milchkühen über die biochemische Zusammensetzung der Milch abgebildet werden kann. Milch-MIR-Spektroskopie stellt damit eine günstige Methode dar, Gesundheitsprobleme im Milchkuhbestand rechtzeitig zu erkennen. Das MIR-Projekt hat zum Ziel neue, robuste Milch-MIR-Vorhersagemodelle mit Hilfe einer großen Zahl von Routine-Milchproben und Veterinärdiagnosen zu entwickeln und zu überprüfen. Die beteiligten Forschungspartner können dabei auf die Expertise sowie die Daten der im Verband EMR (European Milk Recording) zusammengeschlossenen europäischen Kontrollverbände zurückgreifen. Zusätzlich werden durch chemische Referenzanalysen die bestehenden MIR-Modelle für Milchinhaltsstoffe verbessert.
Ziel ist es den Milchbauern neue, verlässliche Werkzeuge für das Herdenmanagement zur Hand zu geben mit denen sie den wachsenden Anforderungen hinsichtlich Leistung, Wirtschaftlichkeit und Tierwohl nachhaltig begegnen können.
Das übergeordnete Ziel dieses Projektes ist die Förderung von Tiergesundheit, Wohlergehen, Produktivität und potenziell auch Produktqualität durch eine verbesserte Erfassung von Umweltinformationen und betriebsbezogenen Daten. Dieses Ziel soll (1) durch die Verwendung kommerziell erhältlicher Sensoren und Netzwerke erreicht werden, um ein integriertes On-farm-Monitoring für verschiedene Merkmale des Stallklimas und der Luftqualität zu erhalten. Die Projektgruppe wird dafür (2) mit Betriebsleiter*innen zusammenarbeiten, um produktionsbezogene Daten zu erfassen und auf diesen beruhende Optimisierungsstrategien zu entwickeln. Zusätzlich hat das Projekt zum Ziel, (3) praxistaugliche und kostengünstige Sensoranwendungen in der Milcherzeugung zu entwickeln und (4) Umweltfaktoren und die entsprechenden Reaktionen der Tiere zu modellieren und daraus Algorithmen zur Vorhersage von Leistungseinbußen aufgrund von suboptimalem Stallklima und Luftqualität abzuleiten. Die Studie wird in enger Zusammenarbeit von Milchviehhalter*innen, Unternehmen (Pessl Instruments und AgHiTech), wissenschaftlichen Einrichtungen (BOKU, Vetmeduni) and Dachorganisationen und Verbänden (ZuchtData, LKV) durchgeführt.
Im Projekt werden Big Data Ansätze angewendet, um aus komplexen Datenquellen einfach interpretierbare Managementanweisungen zu generieren. Neben der Nutzung für das Herdenmanagement können diese Datenquellen natürlich auch für züchterische Zwecke genutzt werden.
Da für züchterische Nutzung weniger die leichte Interpretierbarkeit, sondern neben der Wiederholbarkeit vor allem die Korrelation mit dem Zielmerkmal von Interesse ist, müssen möglicherweise modifizierte Phänotypen etabliert werden.
Diese neuen Merkmale sollen für den Bereich Stoffwechsel, Euter- und Klauengesundheit entwickelt werden. Die notwendigen Arbeiten umfassen die Schätzung von Heritabilitäten und genetischen Korrelationen, die Etablierung einer konventionellen und genomischen Zuchtwertschätzung sowie die Suche nach interessanten Genorten über genomweite Assoziationsstudien.
Mykotoxine - sekundäre Metabolite von Schimmelpilzen - weisen eine Vielzahl von gesundheitsgefährdenden Eigenschaften auf und verursachen weltweit beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden in der Tierproduktion. Das Auftreten von Mykotoxinen im Futter österreichischer Milchviehbetriebe sowie deren Auswirkung auf die Gesundheit und Fruchtbarkeit ist weitgehend unbekannt.
Daher führen wir eine umfangreiche Feldstudie durch, in welcher das Futter österreichischer Milchviehbetriebe auf mehr als 400 Pilzmetabolite analysiert wird. Die Ergebnisse werden mit Gesundheits- und Leistungsdaten der Betriebe abgeglichen, um potentielle Zusammenhänge zu erkennen. Da das Pansenmikrobiom, welches für die Tiergesundheit eine wichtige Rolle spielt, möglicherweise auf eine Mykotoxin-Kontamination reagiert, nutzen wir ein in-vitro Modell (rumen simulation technique, RUSITEC), um mittels Hochdurchsatzsequenzierung den Einfluss ausgewählter Mykotoxine auf das Pansenmikrobiom zu bestimmen.
Diese Ergebnisse werden dazu beitragen, die Rolle von Mykotoxinen für die Gesundheit von Milchkühen besser verstehen zu können. Da der Klimawandel die Mykotoxin-Kontamination in Futtermitteln beeinflusst, werden Erkenntnisse über die Dauer dieses Projekts hinweg von Bedeutung sein.
4D-Konzept
- Digitalisierung: Optimierung der Produktionsprozesse in der Milchwirtschaft entlang der Wertschöpfungskette bei der Nutzung der neuen digitalen Möglichkeiten
- Datenintegration: Integration von Daten am Betrieb (RDV/LKV-Daten, Sensoren, Fütterung, Stallklima,...) und Integration weiterer externer Daten (z.B. Schlachthofdaten,…) mit dem Ziel der Schaffung von aussagekräftigen Tools für die Vorsorge und Produktionssteuerung, Qualitätssicherung aber vor allem auch zur Arbeitserleichterung,…
- Detection (Entdeckung/Früherkennung): Mit neuen Methoden (Big-Data-Analysen), Analysenergebnisse (Infrarot-Spektren der Milch, Resistenzuntersuchungen) Daten zur Erforschung von Risikofaktoren und aussagekräftigen Parametern zur Früherkennung von Erkrankungen bzw. zu Behandlungserfolgen nutzen.
- Decision making (Unterstützung für Entscheidungsfindung): Daten basierte Entscheidungshilfen werden entwickelt zB elektronischer Vorschlag ob ein Tier mit einem Antibiotikum trockengestellt werden soll oder nicht (Datengrundlage zum Erregerstatus auf Betrieb, Krankengeschichte von Tier, Umweltfaktoren, etc. werden elektronisch aufbereitet und ein Vorschlag wird für den Tierarzt erstellt).
Die konkreten Vorhaben von D4Dairy
- Erfassung und Nutzung der enormen Mengen an unterschiedlichen Daten am Milchviehbetrieb und entlang der Wertschöpfungskette
- Datenintegration und Datenaustausch, Bewertung verschiedener Methoden des Datenaustauschs bei Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Verbesserung der Interoperabilität
- Durchführung komplexer Analysen, um anhand von MIR-Spektraldaten, genomischer Studien, Mykotoxin-Nachweisen, neuer Erkenntnisse über Auswirkungen von Klima- und Haltungsbedingungen auf Tiergesundheit und Tierwohl sowie durch die Nutzung von Big-Data-Methoden Risikofaktoren und neue Parameter zur Früherkennung von Krankheiten zu identifizieren
- Entwicklung von datengestützten Strategien zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes und zur Durchführung von Qualitätssicherungsprogrammen und
- Bereitstellung der aus den Analysen gewonnenen Erkenntnisse, um sie in einfach zu bedienenden Softwaretools für Landwirte einzusetzen, um so klare Aussagen und Handlungsempfehlungen treffen zu können – wenn möglich automatisiert und in Echtzeit
Um die Akzeptanz eines integrierten Systems bei Landwirten sowie allen beteiligten Partnern zu erreichen, muss sichergestellt werden, dass die Daten vor unautorisierter oder missbräuchlicher Verwendung geschützt sind. Dazu müssen Fragen zu Dateneigentum und Datensicherheit umfassend bearbeitet und beantwortet werden.
Erwarteter Nutzen
- Datenaustausch (einheitliche Standards,…) – Interoperabilität der Systeme! Daten (Kalbedatum, Belegung, etc.) nur einmal erfassen!
- Neue Erkenntnisse zur Entstehung und Vermeidung von Erkrankungen
- Einfache aussagekräftige Werkzeuge für Landwirte aus der Fülle der Daten
- Neue und bessere Parameter in der Zucht
- Bessere Werkzeuge für Früherkennung von Erkrankungen und Optimierung des Herdenmanagements (Fütterung,...)
- Monitoring der Produktqualität
- Verbesserung der Umweltwirkung durch Einsparungen bei den Ressourcen
- Verbesserung Tiergesundheit und Tierwohl
- Effizienzsteigerungen
Ergebnisse
ENTWICKLUNG NEUER INSTRUMENTE ZUR UNTERSTÜTZUNG DES VERANTWORTUNGSVOLLEN EINSATZES ANTIMIKROBIELLER WIRKSTOFFE
EINE VIELZAHL VON FAKTOREN WIRKT AUF DIE GESUNDHEIT VON NUTZTIEREN. ABER WAS WIRKT WO WIE STARK?
UMFRAGEN ZEIGEN ANFORDRUNGEN, WÜNSCHE UND BEFÜRCHTUNGEN VON LANDWIRT:INNEN, TIERÄRZT:INNEN UND ANDEREN GRUPPEN.
ANALYSE VON VERBESSERUNGSPOTENTIALEN FÜR BETRIEBE, UM DIE TIERGESUNDHEIT ZU VERBESSERN UND WIRTSCHAFTLICHE VERLUSTE ZU MINIMIEREN
D4DAIRY INTEGRIERT BETRIEBSBEZOGENE DATEN, AUS MEHREREN QUELLEN UNTER BEACHTUNG VON DATENSCHUTZ UND DATENQUALITÄT
VORKOMMEN SOWIE POTENTIELLE NEGATIVE AUSWIRKUNGEN
Zu den Ergebnissen
Am 12.1.2022 fand das erste von insgesamt drei D4Dairy Webinaren im Jänner 2022 statt, das als Dank für den Einsatz der Landwirte und Landwirtinnen im Projekt organisiert wurde. Unter dem Titel „Mykotoxine in der Ration von österreichischen Milchkühen - Wo kommt das Risiko her“ stellte Prof. Zebeli die Ergebnisse der im Rahmen von D4Dairy durchgeführten Dissertation von Mag. Felipe Penagos-Tabares und Informationen zur Vermeidung von Mykotoxinen im Futter vor. Das Webinar steht nun unter dem unten angegeben Link zum Nachsehen zur Verfügung. Ein herzliches Dankeschön an den Vortragenden!
Am 19.1.2022 fand das zweite von insgesamt drei D4Dairy Webinaren im Jänner 2022 statt, das als Dank für den Einsatz der Landwirte und Landwirtinnen im Projekt organisiert wurde. Der Titel lautete „Hitzestress vermindern und das Stallklima verbessern“. Prof. Christoph Winckler (BOKU) stellte in seinem Vortrag „Hitzestress und die Auswirkungen auf Tierwohl und Tiergesundheit“ die im Rahmen von D4Dairy zum Thema Stallklima durchgeführte Studie und die Ursachen, Folgen und Ansätze zur Verminderung von Hitzestress vor. Ing. Zentner brachte in seinem Vortrag „Belüftungssysteme“ im Anschluss praktische Empfehlungen zur Verbesserung des Stallklimas. Das Webinar steht nun, unter dem unten angegeben Link zum Nachsehen zur Verfügung. Ein herzliches Dankeschön an die Vortragenden!
Am 26.1.2022 fand das dritte von insgesamt drei D4Dairy Webinaren im Jänner 2022 statt, das als Dank für den Einsatz der Landwirte und Landwirtinnen im Projekt organisiert wurde. Unter dem Titel „Kraftfuttereinsatz bei Milchkühen optimieren“ wurden die Themen Konzentratfuttereffizienz und Ökonomische Aspekte behandelt. Prof. Werner Zollitsch (BOKU) stellte in seinem Vortrag mit dem Titel „Untersuchungen zur Konzentratfutter- Effizienz von Milchkühen anhand von Felddaten“ die Ergebnisse der im Rahmen von D4Dairy durchgeführten Masterarbeit von Sarah Joe Burn vor. Dr. Marco Horn brachte im Anschluss mit seinem Vortrag „Ökonomische Aspekte“ seine Erfahrungen aus dem Arbeitskreis Milch mit ein. Das Webinar steht nun, unter dem unten angegeben Link zum Nachsehen zur Verfügung. Ein herzliches Dankeschön an die Vortragenden!
Im Rahmen von D4Dairy wurde im Sommer des letzten Jahres eine Umfrage zum Thema "Digitalisierung in der Nutztierpraxis" unter LandwirtInnen und TierärztInnen durchgeführt. Eine Präsentation der Ergebnisse finden Sie hier:
Publikationen
- Kofler et al (2024) Benchmarking claw health across three dairy cow breeds in 508 dairy farms using numerical claw health indicators. The Veterinary Journal 308 (2024):106242.
- Grelet et al. (2023) Prediction of key milk biomarkers in dairy cows through milk MIR spectra and international collabora-tions. Journal of Dairy Science 107 (3) 1669-1684
- Kofler et al. (2024) Incidences of claw lesions in Austrian dairy herds in relation to lactation number, lactation month, housing system and breed. Wien Tierarztl Monat – VetMed Austria. 2024;111:Doc1
- Werner et al. (2023) Antimicrobial resistance and its relationship with antimicrobial use on Austrian dairy farms. Frontiers in Veterinary Science, 10, 1225826.
- Pospischil et al. (2023) Digitalisierung in der Rinderpraxis–Ergebnisse einer Online-Umfrage in Österreich. Tierärztliche Praxis Ausgabe G: Großtiere/Nutztiere, 51(02), 70-76.
- Lemmens et al. (2023) The Combined Use of Automated Milking System and Sensor Data to Improve Detection of Mild Lameness in Dairy Cattle. Animals 2023, 13(7), 1180
- Penagos-Tabares et al. (2023) Residues of pesticides and veterinary drugs in diets of dairy cattle from conventional and organic farms in Austria. Environmental Pollution, 316, 120626
- Sigmund et al. (2022) The effect of antibiotic versus no treatment at dry-off on udder health and milk yield in subse-quent lactation: A retrospective analysis of Austrian health recording data from dairy herds. Journal of Dairy Science.
- Penagos-Tabares et al (2022) Mixtures of mycotoxins, phytoestrogens and pesticides co-occurring in wet spent brewery grains (BSG) intended for dairy cattle feeding in Austria. Food Additives & Contaminants: Part A, 39(11), 1855-1877.
- Rienesl et al. (2022) Prediction of Acute and Chronic Mastitis in Dairy Cows Based on Somatic Cell Score and Mid-Infrared Spectroscopy of Milk. Animals 2022, 12(14), 1830.
- Penagos-Tabares et al (2022) Cocktails of Mycotoxins, Phytoestrogens, and Other Secondary Metabolites in Diets of Dairy Cows in Austria: Inferences from Diet Composition and Geo-Climatic Factors. Toxins, 14(7), 493.
- Penagos-Tabares et al. (2022) Fungal species and mycotoxins in mouldy spots of grass and maize silages in Austria. Mycotoxin Research 2022, 38, 117-136.
- Suntinger et al. (2022) Usability of bacteriological milk analyses for genetic improvement of udder health in Austrian Fleckvieh cows. Journal of Dairy Science, 105(6), 5167-51
- Kofler et al. (2022) Benchmarking Based on Regularly Recorded Claw Health Data of Austrian Dairy Cattle for Implementation in the Cattle Data Network (RDV). Animals 2022, 12, 808.
- Fürst-Waltl et al. (2021): Auswirkung von Lahmheit auf Fruchtbarkeitsmerkmale bei Fleckvieh-Kühen in Österreich – Ergebnisse aus dem Efficient-Cow-Projekt Schweizer Archiv für Tierheilkunde, 164(11), 721-736
- Firth et al. (2022) Analysis of Antimicrobial Use and the Presence of Antimicrobial-Resistant Bacteria on Austrian Dairy Farms—A Pilot Study. Antibiotics, 11(2), 124.
- Matzhold et al. (2021) A systematic approach to analyse the impact of farm-profiles on bovine health. Science Reports 11, 21152
- Lasser et al. (2021) Integrating diverse data sources to predict disease risk in dairy cattle – a machine learning ap-proach. Journal of Animal Science 99 (11), 1–14
- Christophe et al. (2021). Multiple Breeds and Countries’ Predictions of Mineral Contents in Milk from Milk Mid-Infrared Spectrometry. Foods, 10(9), 2235.
- Penagos-Tabares et al. (2021). Mycotoxins, Phytoestrogens and Other Secondary Metabolites in Austrian Pastures: Occurrences, Contamination Levels and Implications of Geo-Climatic Factors. Toxins, 13(7), 460.
- Firth et al. (2021). The Effects of Feeding Waste Milk Containing Antimicrobial Residues on Dairy Calf Health. Pathogens, 10 (2), 112
- Entenfellner & Drillich (2020). Survey on knowledge transfer in farm animal practice. Der Praktische Tierarzt 101, 1228–1235
- Rienesl et al. (2020). Prediction of pregnancy state from milk mid-infrared (MIR) spectroscopy in dairy cows. Acta Fytotechnica et Zootechnica, 23(5).
- Egger-Danner et al. (2020). Use of benchmarking to monitor and analyze effects of herd size and herd milk yield on cattle health and welfare in Austrian dairy farms. Journal of Dairy Science
- Rienesl et al. (2019). Mastitis Detection from Milk Mid-Infrared (MIR) Spectroscopy in Dairy Cows. Acta Universitatis Agriculturae et Silviculturae Mendelianae Brunensis, 67(5), 1221-1226.
- Firth et al. (2019). Comparison of Defined Course Doses (DCDvet) for Blanket and Selective Antimicrobial Dry Cow Therapy on Conventional and Organic Farms. Animals, 9(10), 707.
- Costa et al. (2019). On the genomic regions associated with milk lactose in Fleckvieh cattle. Journal of dairy science, 102(11), 10088-10099.
- Firth et al. (2019) Relationship between the probability of veterinary-diagnosed bovine mastitis occurring and farm management risk factors on small dairy farms in Austria. Journal of dairy science, 102(5), 4452-4463.
- Quendler et al. (2023) Analysis of feeding operations when using a self-propelled automatic feeding system (AFS). Évora, Portugal, 7
- Burn et al. (2022) Concentrate use efficiency in dairy cows: an investigation based on on-farm data. 73rd Annual Meeting of the European Federation of Animal Science, 05.09.-09.09.2022, Porto, Portugal.
- Egger-Danner et al. (2022) Benchmarking of claw health and lameness in Austrian dairy cattle. 73rd Annual Meeting of the European Federation of Animal Science, 05.09.-09.09.2022, Porto, Portugal.
- Egger-Danner et al. (2022) D4Dairy – from data integration to decision support – lessons learned. 73rd Annual Meeting of the European Federation of Animal Science, 05.09.-09.09.2022, Porto, Portugal.
- Fuerst-Waltl et al. (2022) Ketosis and its auxiliary traits. 73rd Annual Meeting of the European Federation of Animal Science, 05.09.-09.09.2022, Porto, Portugal.
- Majcen P. (2022) Data integration in D4Dairy and new opportunities under the Data-Governance-Act and the Data Act. 73rd Annual Meeting of the European Federation of Animal Science, 05.09.-09.09.2022, Porto, Portugal.
- Matzhold et al. (2022) An integrative data-methodological approach to disease prevention in dairy cattle. 73rd Annual Meeting of the European Federation of Animal Science, 05.09.-09.09.2022, Porto, Portugal.
- Obritzhauser et al. (2022) Development of a decision support tool for targeted dry-off treatment of dairy-cows. 73rd Annual Meeting of the European Federation of Animal Science, 05.09.-09.09.2022, Porto, Portugal.
- Rienesl et al. (2022) Genetic parameters for mid-infrared-spectroscopy predicted mastitis and related phenotypes. 73rd Annual Meeting of the European Federation of Animal Science, 05.09.-09.09.2022, Porto, Portugal.
- Rienesl et al. (2022) Predicting pregnancy status of dairy cows with mid-infrared spectra: a tricky and limited ap-proach. 73rd Annual Meeting of the European Federation of Animal Science, 05.09.-09.09.2022, Porto, Portugal.
- Schodl et al. (2022) Auxiliary traits for mastitis in Fleckvieh dairy cows from sensor based measurements. 73rd Annual Meeting of the European Federation of Animal Science, 05.09.-09.09.2022, Porto, Portugal.
- Schodl et al. (2022) Challenges of integration and validation of farm and sensor data for dairy herd management. 73rd Annual Meeting of the European Federation of Animal Science, 05.09.-09.09.2022, Porto, Portugal.
- Egger-Danner et al. (2022) D4Dairy – Interdisciplinary network for creating added value out of different data sources. 10th European Conference on Precision Livestock Farming, 30.08.-02.09.2022, Vienna, Austria.
- Dale et al. (2022) Mastitis early warning system based on MIR spectrometric tools in D4Dairy MIR Project. 10th European Conference on Precision Livestock Farming, 30.08.-02.09.2022, Vienna, Austria.
- Kofler et al. (2022) Benchmarking der Klauengesundheit im LKV-Herdenmanager des Rinderdatenverbundes (RDV) mit Klauengesundheitsdaten österreichischer Milchviehherden. Leipziger Tierärztekongress 07. - 09.07.2022, Leipziger Blaue Hefte, 11 (3) 351-358.
- Kofler et al. (2022) Association between lameness and fertility in Austrian Fleckvieh cows. XXI Middle European Buiatrics Congress, 19.-22.05.2022, Stare Jablonki, Polen, 57-58.
- Kofler et al. (2022): Benchmarking of claw health in Austrian dairy cattle (poster). XXI Middle European Buiatrics Congress, 19.-22.05.2022, Stare Jablonki, Polen, 120-121.
- Klimek et al. (2021) Data driven technologies: overview of current research and possibilities related to producing proxies for new phenotypes important to a sustainable and responsible livestock production. EAAP
- Rienesl et al. (2021) Predicting mastitis with somatic cell count, differential somatic cell count and milk MIR spectra. EAAP
- Grand et al. (2021) Assessment of needs for data integration and digitalization in Austrian dairy cattle farms. EAAP
- Schodl et al. (2021) Strategies for deriving auxiliary traits for lameness prediction and breeding value estimation. EAAP
- Rienesl et al. (2021): Prediction of mastitis from routine milk mid-infrared spectral data in dairy cows. ASDA 2021 Virtual Meeting, 11.-14.7.2021
- Pfeiffer et al. (2021) Prediction of subclinical ketosis based on automated milking systems (AMS) in dairy cattle. Animal-science proceedings, 12(1), 109.
- Fuerst-Waltl et al. (2020). Genetic relationships between ketosis and potential indicator traits. British Society of Animal Science Annual Conference.
- Hintringer et al. (2020). Risk factors associated with milk fever in Austrian Fleckvieh. EAAP
- Fuerst-Waltl et al. (2020). Potential auxiliary traits for ketosis based on MIR spectra. EAAP
- Dale et al. (2020). Ketosis and Energy Balance milk MIR spectral predictions - Practical Use. EAAP
- Dale et al. (2020). „MastiMIR“ - A mastitis early warning system based on MIR spectra. EAAP
- Matzhold et al. (2020). A systematic approach to quantify the impact of feeding and farm management practices on bovine health. EAAP
- Papst et al. (2020). Localization from activity sensor data. In Proceedings of the 18th Conference on Embedded Networked Sensor Systems (pp. 703-704).
- Papst (2020). Privacy-preserving machine learning for time series data: PhD forum abstract. In Proceedings of the 18th Conference on Embedded Networked Sensor Systems (pp. 813-814).
- Papst et al. (2019). Embracing Opportunities of Livestock Big Data Integration with Privacy Constraints. IoT Conference, 22.-25.10.2019, Bilbao, Spain
- Costa et al. (2019) On the genomic regions affecting milk lactose content in dairy cattle. EAAP conference
- Koek et al. (2019) Genetic parameters for ketosis and newly developed ketosis risk indicators based on MIR spectra. EAAP conference.
- Firth et al. (2019) Added value of data integration to reduce the use of antimicrobials on dairy farms. EAAP conference.
- Firth et al. (27.6.2019) Does the feeding of discard milk to dairy calves lead to antimicrobial resistance on farm? ICPD Bern
- Egger-Danner et al. (2019) Opportunities and challenges of data integration with focus on claw health and metabolism for decision support in herdmanagement., EAAP conference
- Firth et al. (2019). Is there a link between antimicrobial use and the prevalence of MRSA and ESBL-producing Escherichia coli on Austrian dairy farms? ICPD.
Projektpartner
Um diese komplexen und interdisziplinären Herausforderungen in Angriff nehmen und erfolgreich bewältigen zu können, knüpft D4Dairy ein international wettbewerbsfähiges, transdisziplinäres Netzwerk aus in- und ausländische Universitäten, Kompetenzzentren und Forschungseinrichtungen, sowie Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette Milch (Landwirte, Zuchtorganisationen, Milchverarbeiter, Tiergesundheitsdienste, Interessensvertretungen u.a.) und – last, but not least – nationalen und internationalen Technologieanbietern (Sensoren, Fütterung, Klimamessung, Datenverarbeitung). Das Konsortium besteht aus 31 Wirtschaftspartnern und 13 Wissenschaftspartnern und wird von Dr. Christa Egger-Danner (ZuchtData) geleitet.
