D4Dairy - Digitalisation, Data integration, Detection and Decision support in Dairying

Das transdisziplinäre, branchenübergreifende COMET-Projekt D4Dairy hat sich zum Ziel gesetzt, digital unterstütztes Management für Milchbetriebe weiterzuentwickeln, welches durch datengestützte, vernetzte Informationssysteme zu einer weiteren Verbesserung der Tiergesundheit, des Tierwohls und der Produktqualität beiträgt.

Projektlaufzeit: 1. Oktober 2018 – 30. September 2022

Neue Technologien sind dabei, die Milchwirtschaft zu revolutionieren. Neben züchterischen Errungenschaften in der Genomik halten auch die Informations- und Kommunikationstechnologien (z.B.: Internet of Things, Sensortechnik) Einzug in den modernen Kuhstall. Statt punktueller Messungen erfassen Sensoren in Echtzeit das Wohlbefinden der Tiere oder streamen aktuelle Stallbedingungen. Die großen Datenmengen, die durch das Monitoring anfallen („Big Data“), versprechen völlig neue Einsichten in die Tiergesundheit. Die Digitalisierung bedeutet eine große Chance, aber auch eine große Herausforderung für die bäuerliche Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie.

 

 

Projektstruktur

D4Dairy hat das übergeordnete Ziel, mittels eines datengestützten, vernetzten Informationssystems unter Ausschöpfung der Möglichkeiten moderner Technologien (Mid-Infra-Red Spektren, Genominformation, …) und fortgeschrittener Datenanalysen eine digitale Unterstützung des Managements am Milchviehbetrieb aufzubauen und damit eine weitere Verbesserung der Tiergesundheit, des Tierwohls und der Produktqualität zu erreichen.
Aufbauend auf dem COMET-Projekt ADDA wurde das bestehende Netzwerk entlang der Wertschöpfungskette Milch um Technologieanbieter und Wissenschaftspartner mit dem Fokus auf neuen Technologien zum D4Dairy Konsortium erweitert. 

Die Subprojekte von D4Dairy gliedern sich in zwei primäre Themenfelder:

Area 1: Daten und Entscheidung - Digitalisierung, Datenintegration und Entscheidungsunterstützung

In den letzten Jahren hat die Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung von Daten in Milchviehbetrieben dramatisch zugenommen. Um eine sinnvolle Nutzung dieser Daten zu ermöglichen, liegt der Schwerpunkt in Area 1 auf der Integration der in den Betrieben generierten Daten (Daten von gesundheitsbezogenen Sensoren, automatischen Fütterungssystemen, Antibiotikaeinsatz, Stallklimadaten,..) bzw. der Interoperabilität der in den Betrieben eingesetzten Systemen und der Prozessentwicklung und -optimierung mit dem Ziel Entscheidungsunterstützungsinstrumente zu generieren.  Die Projekte in diesem Bereich umfassen Arbeiten zu Aspekten der Qualitätssicherung, des Datenaustausches, des Datenschutzes als auch der Erforschung von Zusammenhängen von verschiedenen Merkmalen. Aufbauend auf den Ergebnissen und Erkenntnissen aus den verschiedenen Forschungsprojekten werden Werkzeuge für Landwirte und Tierärzte zur Entscheidungsunterstützung entwickelt. Verschiedene Strategien zur Reduzierung des Risikos einer Antibiotikaresistenz sind auch ein wichtiger Bestandteil dieser Area. Außerdem laufen in Area 1 alle Ergebnisse aus D4Dairy zusammen, da hier der Informations- und Wissenstransfer erfolgt, sowie Studien im sozialen Kontext (Wissenstransfer, Akzeptanz) durchgeführt werden.

P1.1 Datenintegration - Basis für die D4Dairy-Forschung und Nutzen für die Landwirte

P1.1 befasst sich mit der Datenvernetzung zwischen den Projektpartnern und hat das Ziel, eine erweiterte Datengrundlage für die Forschungsfragen und die Entwicklungen verbesserter Anwendungen für Landwirte zu schaffen.P1.1 erfasst Ist-Zustand und Bedürfnisse der verschiedenen Stakeholder (Landwirte/Technikanbieter/Organisationen/…) im Bereich der Digitalisierung in der Milchproduktion. Ein Fokus liegt dabei auch auf der Arbeitswirtschaft und Prozessqualität. Ein weiteres Arbeitspaket klärt Fragen des Schutzes von Daten und geistigen Eigentums, so dass die entwickelten Datenaustauschverfahren und Anwendungen die rechtlichen und wirtschaftlichen Anforderungen der Partner erfüllen.P1.1 entwickelt die technischen Voraussetzungen für den automatisierten Datenaustausch zwischen den Projektbeteiligten. Dies umfasst den Routinedatenaustausch zwischen den RDV-Datenbanken und den öffentlichen und Industriepartnern sowie den Austausch erweiterter Datensätze für spezifische Forschungsfragen. Neue IT-Konzepte für die Sicherstellung der Datenqualität von Sensorsystemen und die effiziente Organisation von Datennutzungs- und –weitergaberechten werden untersucht.Für neu etablierte Anwendungen erfolgt eine intensive Testphase auf Pilotbetrieben. Die Erkenntnisse aus D4Dairy fließen in Konzepte für künftige Weiterentwicklung neuer Merkmale und Dienstleistungen ein.

P1.2 Tools zur Entscheidungsunterstützung - Neue Daten für die Optimierung des Herdenmanagements

Die Verfügbarkeit integrierter und neuartiger Daten in Kombination mit fortschrittlichen Analysemethoden ermöglicht eine frühere Erkennung des Auftretens potenzieller Gesundheitsprobleme in Milchviehbeständen und ermöglicht so ein zeitnäheres Eingreifen. D4Dairy zielt darauf ab, Möglichkeiten für datengesteuerte Strategien zur Verbesserung der Gesundheit zu entwickeln und die Landwirte bei der Nutzung solcher Strategien und Instrumente zu unterstützen, damit sie aufkommende Gesundheits- und Tierwohlprobleme rechtzeitig vorbeugen oder darauf reagieren können.

Daten aus digitalen Technologien wie Daten aus AMS (Automatischen Melksystemen), Sensoren und Fütterungssystemen werden genutzt, um neue Merkmale abzuleiten. Das Projekt wird sich mit der Definition von Merkmalen und deren Beziehung zu anderen interessanten Merkmalen sowie mit der Auswertung von Sensordaten zur Früherkennung von Krankheiten mit Schwerpunkt Lahmheit, aber auch Ketose und anderen befassen. Konzepte zur Optimierung von Fütterungsprozessen sind ein weiterer Arbeitsschwerpunkt dieses Projektes. Die Ergebnisse der anderen Projekte innerhalb von D4Dairy werden in die in D4Dairy entwickelten Werkzeuge zur digitalen Entscheidungsunterstützung einfließen.

P1.3 Maßnahmen zur Reduktion von Antibiotikaresistenzen

Das Projekt 1.3 befasst sich mit der Harmonisierung der Antibiotika Empfindlichkeitstests (AST) für Mastitispathogene (1.3.1), der Entwicklung von Empfehlungen für Trockenstellstrategien (1.3.2) sowie der Entwicklung von Strategien zur Verbesserung der Kälbergesundheit und der Rindfleischqualität (1.3.3).

Ziel des Teilprojektes 1.3.1, in dem Labore aus ganz Österreich zusammenarbeiten, ist es, die Methodik zu standardisieren, die Vergleichbarkeit der Resistenzdaten zu ermöglichen und die Ergebnisse dieser Tests in den zentralen Rinderdatenverbund zu integrieren. AST-Daten sind dann für LandwirtInnen und TierärztInnen zugänglich und beurteilbar. In Teilprojekt 1.3.2. wird in Zusammenarbeit mit einer Molkerei und führendem Milchverarbeiter ein Entscheidungsinstrument für TierärztInnen entwickelt, um LandwirtInnen hinsichtlich der besten Trockenstellstrategie für ihren Betrieb optimal zu beraten. Im Teilprojekt 1.3.3. werden die Auswirkungen der Verfütterung von sog. „Sperrmilch“ (Milch mit Antibiotikarückständen) an Kälber und der Einfluss dieser Praxis auf die Entwicklung antimikrobiell resistenter Bakterien auf landwirtschaftlichen Betrieben untersucht, um Alternativen dazu zu etablieren.

P1.4 Digitalisierung und Verbreitung

Die Digitalisierung und Anwendung neue Sensor-Technologien sowie eine zunehmende Automatisierung nehmen in der modernen Landwirtschaft immer weiter zu und sind einer der größten Wachstumsbereiche in diesem Sektor. Die Nutzung digitaler Technologien verändert zunehmend die Art und Weise, wie landwirtschaftliche Betriebe geführt werden und stellt auch Berater und Tierärzte vor neue Herausforderungen. Für alle beteiligten Berufsgruppen bietet die Digitalisierung neue Perspektiven und Möglichkeiten, so dass ein entsprechendes Wissen essentiell für ihre Nutzung ist. Die Erwartungshaltung der Konsumenten und soziale Akzeptanz hinsichtlich der eingesetzten Technologien vor allem in der tierhaltenden Landwirtschaft spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle für das zukünftige Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit. Wir wollen in diesem Projekt mehr über die Akzeptanz moderner Technologien in der Milchwirtschaft bei allen beteiligten Gruppen erfahren und die Ergebnisse und weitere hilfreiche Informationen über verschiedene Informationskanäle verbreiten.

Area 2: Daten und Erkennung - Datengesteuerte Erkennung von Risikofaktoren und Frühindikatoren für eine verbesserte Gesundheit

Funktionale Merkmale, insbesondere Gesundheitsmerkmale, haben im Nutztierbereich in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. In diesem Zusammenhang bieten sich für das Herden-Management und die Zucht durch die Kombination von Daten aus der Automatisierung und Sensoren bzw. anderen neuen Merkmalen mit modernen, hochentwickelten Analysemethoden neue Möglichkeiten. Area 2 von D4Dairy umfasst die gesamte Bandbreite der Erfassung und Validierung neuer Merkmale, die Kombination von neuen mit bereits bestehenden Merkmalen sowie die Untersuchung möglicher Risikofaktoren hinsichtlich der Tiergesundheit mit Hilfe von neuen Methoden bis hin zur Implementierung, z.B. im Rahmen von Optimierungs- und Zuchtstrategien. Dies ermöglicht die Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierwohls. Durch die Verbesserung von beiden Merkmalskomplexen, Fitness und Leistung, können Kosten reduziert und Erträge gesteigert werden, was in Folge zu einer Erhöhung der Profitabilität des Milchviehsektors beiträgt.

P2.1 Big Data Analysen für prognostische Krankheitsmarker

Viele Tierkrankheiten entstehen durch das Zusammenspiel von genetischen und umweltbedingten Risikofaktoren. Die frühzeitige Erkennung und verbesserte Überwachung dieser Risikofaktoren kann erheblich zur Tiergesundheit und zum Tierschutz beitragen. In diesem Projekt werden die Risikofaktoren für die Entwicklung von Krankheiten untersucht und Parameter für die Früherkennung unter Verwendung neuartiger wissenschaftlicher Ansätze wie z.B. Big Data Analysen entwickelt.

Unser Ziel ist es, ein Modell zu entwickeln, das uns ermöglicht, zu entschlüsseln, wie verschiedene Genetik und Umwelt bedingte Faktoren sowie deren Wechselwirkungen zur Tiergesundheit und zum Tierschutz beitragen. Diese Modelle werden basierend auf einer umfassenden Datengrundlage, die zeitaufgelöste Phänotypen und Umweltinformationen als auch genetische Informationen für Rinder enthält, entwickelt. Das Projekt befasst sich mit der Identifizierung von frühzeitigen prognostischen Krankheitsmarkern. Erwartete Ergebnisse sind aussagekräftigere Parameter für das Herdenmanagement und die Zucht.

P2.2 Krankheitserkennung mit Milch-MIR-Spektraldaten – Verwendung der Milch-Mittelinfrarotspektroskopie zur Vorhersage des Gesundheitszustandes von Milchkühen

Mittelinfrarotspektroskopie (MIR) ist das Routineverfahren der Milchanalyse. Wurde bis vor kurzem  damit nur die Konzentration von Standardinhaltsstoffen wie Fett, Eiweiß und Laktose bestimmt, können mittlerweile damit auch geringer konzentrierte Inhaltstoffen wie z.B. Fettsäuren, Keton-Körper und andere Zeigerstoffe wie Lactoferrin hinreichend genau gemessen werden. Neueste Untersuchungen konnten zeigen, dass der Gesundheits- und Ernährungszustand von Milchkühen über die biochemische Zusammensetzung der Milch  abgebildet werden kann.  Milch-MIR-Spektroskopie stellt damit eine günstige Methode dar, Gesundheitsprobleme im Milchkuhbestand rechtzeitig zu erkennen. Das MIR-Projekt hat zum Ziel neue, robuste Milch-MIR-Vorhersagemodelle mit Hilfe einer großen Zahl von Routine-Milchproben und Veterinärdiagnosen zu entwickeln und zu überprüfen. Die beteiligten Forschungspartner können dabei auf die Expertise sowie die Daten der im Verband EMR (European Milk Recording) zusammengeschlossenen europäischen Kontrollverbände zurückgreifen.  Zusätzlich werden durch chemische Referenzanalysen die bestehenden MIR-Modelle für Milchinhaltsstoffe verbessert.

Ziel ist es den Milchbauern neue, verlässliche Werkzeuge für das Herdenmanagement zur Hand zu geben mit denen sie den wachsenden Anforderungen hinsichtlich Leistung, Wirtschaftlichkeit und Tierwohl nachhaltig begegnen können.

P2.3 Stallklima - Auswirkungen auf Leistung, Gesundheit und Tierwohl

Das übergeordnete Ziel dieses Projektes ist die Förderung von Tiergesundheit, Wohlergehen, Produktivität und potenziell auch Produktqualität durch eine verbesserte Erfassung von Umweltinformationen und betriebsbezogenen Daten. Dieses Ziel soll (1) durch die Verwendung kommerziell erhältlicher Sensoren und Netzwerke erreicht werden, um ein integriertes On-farm-Monitoring für verschiedene Merkmale des Stallklimas und der Luftqualität zu erhalten. Die Projektgruppe wird dafür (2) mit Betriebsleiter*innen zusammenarbeiten, um produktionsbezogene Daten zu erfassen und auf diesen beruhende Optimisierungsstrategien zu entwickeln. Zusätzlich hat das Projekt zum Ziel, (3) praxistaugliche und kostengünstige Sensoranwendungen in der Milcherzeugung zu entwickeln und (4) Umweltfaktoren und die entsprechenden Reaktionen der Tiere zu modellieren und daraus Algorithmen zur Vorhersage von Leistungseinbußen aufgrund von suboptimalem Stallklima und Luftqualität abzuleiten. Die Studie wird in enger Zusammenarbeit von Milchviehhalter*innen, Unternehmen (Pessl Instruments und AgHiTech), wissenschaftlichen Einrichtungen (BOKU, Vetmeduni) and Dachorganisationen und Verbänden (ZuchtData, LKV) durchgeführt.

P2.4 Genetik und Genomik

Im Projekt werden Big Data Ansätze angewendet, um aus komplexen Datenquellen einfach interpretierbare Managementanweisungen zu generieren. Neben der Nutzung für das Herdenmanagement können diese Datenquellen natürlich auch für züchterische Zwecke genutzt werden.

Da für züchterische Nutzung weniger die leichte Interpretierbarkeit, sondern neben der Wiederholbarkeit vor allem die Korrelation mit dem Zielmerkmal von Interesse ist, müssen möglicherweise modifizierte Phänotypen etabliert werden.

Diese neuen Merkmale sollen für den Bereich Stoffwechsel, Euter- und Klauengesundheit entwickelt werden. Die notwendigen Arbeiten umfassen die Schätzung von Heritabilitäten und genetischen Korrelationen, die Etablierung einer konventionellen und genomischen Zuchtwertschätzung sowie die Suche nach interessanten Genorten über genomweite Assoziationsstudien.

P2.5 Mykotoxinnachweis und Auswirkungen auf die Milchleistung - Überprüfung der Mykotoxinkontamination in Futtermitteln als Kausalfaktor für Unfruchtbarkeit und schlechte Gesundheit bei Milchvieh

Mykotoxine - sekundäre Metabolite von Schimmelpilzen - weisen eine Vielzahl von gesundheitsgefährdenden Eigenschaften auf und verursachen weltweit beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden in der Tierproduktion. Das Auftreten von Mykotoxinen im Futter österreichischer Milchviehbetriebe sowie deren Auswirkung auf die Gesundheit und Fruchtbarkeit ist weitgehend unbekannt.

Daher führen wir eine umfangreiche Feldstudie durch, in welcher das Futter österreichischer Milchviehbetriebe auf mehr als 400 Pilzmetabolite analysiert wird. Die Ergebnisse werden mit Gesundheits- und Leistungsdaten der Betriebe abgeglichen, um potentielle Zusammenhänge zu erkennen. Da das Pansenmikrobiom, welches für die Tiergesundheit eine wichtige Rolle spielt, möglicherweise auf eine Mykotoxin-Kontamination reagiert, nutzen wir ein in-vitro Modell (rumen simulation technique, RUSITEC), um mittels Hochdurchsatzsequenzierung den Einfluss ausgewählter Mykotoxine auf das Pansenmikrobiom zu bestimmen.

Diese Ergebnisse werden dazu beitragen, die Rolle von Mykotoxinen für die Gesundheit von Milchkühen besser verstehen zu können. Da der Klimawandel die Mykotoxin-Kontamination in Futtermitteln beeinflusst, werden Erkenntnisse über die Dauer dieses Projekts hinweg von Bedeutung sein.

4D-Konzept

  1. Digitalisierung: Optimierung der Produktionsprozesse in der Milchwirtschaft entlang der Wertschöpfungskette bei der Nutzung der neuen digitalen Möglichkeiten
  2. Datenintegration: Integration von Daten am Betrieb (RDV/LKV-Daten, Sensoren, Fütterung, Stallklima,...) und Integration weiterer externer Daten (z.B. Schlachthofdaten,…) mit dem Ziel der Schaffung von aussagekräftigen Tools für die Vorsorge und Produktionssteuerung, Qualitätssicherung aber vor allem auch zur Arbeitserleichterung,…
  3. Detection (Entdeckung/Früherkennung): Mit neuen Methoden (Big-Data-Analysen), Analysenergebnisse (Infrarot-Spektren der Milch, Resistenzuntersuchungen) Daten zur Erforschung von Risikofaktoren und aussagekräftigen Parametern zur Früherkennung von Erkrankungen bzw. zu Behandlungserfolgen nutzen.
  4. Decision making (Unterstützung für Entscheidungsfindung): Daten basierte Entscheidungshilfen werden entwickelt zB elektronischer Vorschlag ob ein Tier mit einem Antibiotikum trockengestellt werden soll oder nicht (Datengrundlage zum Erregerstatus auf Betrieb, Krankengeschichte von Tier, Umweltfaktoren, etc. werden elektronisch aufbereitet und ein Vorschlag wird für den Tierarzt erstellt).

Die konkreten Vorhaben von D4Dairy

  • Erfassung und Nutzung der enormen Mengen an unterschiedlichen Daten am Milchviehbetrieb und entlang der Wertschöpfungskette
  • Datenintegration und Datenaustausch, Bewertung verschiedener Methoden des Datenaustauschs bei Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Verbesserung der Interoperabilität
  • Durchführung komplexer Analysen, um anhand von MIR-Spektraldaten, genomischer Studien, Mykotoxin-Nachweisen, neuer Erkenntnisse über Auswirkungen von Klima- und Haltungsbedingungen auf Tiergesundheit und Tierwohl sowie durch die Nutzung von Big-Data-Methoden Risikofaktoren und neue Parameter zur Früherkennung von Krankheiten zu identifizieren
  • Entwicklung von datengestützten Strategien zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes und zur Durchführung von Qualitätssicherungsprogrammen und
  • Bereitstellung der aus den Analysen gewonnenen Erkenntnisse, um sie in einfach zu bedienenden Softwaretools für Landwirte einzusetzen, um so klare Aussagen und Handlungsempfehlungen treffen zu können –  wenn möglich automatisiert und in Echtzeit

Um die Akzeptanz eines integrierten Systems bei Landwirten sowie allen beteiligten Partnern zu erreichen, muss sichergestellt werden, dass die Daten vor unautorisierter oder missbräuchlicher Verwendung geschützt sind. Dazu müssen Fragen zu Dateneigentum und Datensicherheit umfassend bearbeitet und beantwortet werden.

Erwarteter Nutzen

  • Datenaustausch (einheitliche Standards,…) – Interoperabilität der Systeme! Daten (Kalbedatum, Belegung, etc.) nur einmal erfassen!
  • Neue Erkenntnisse zur Entstehung und Vermeidung von Erkrankungen
  • Einfache aussagekräftige Werkzeuge für Landwirte aus der Fülle der Daten
  • Neue und bessere Parameter in der Zucht
  • Bessere Werkzeuge für Früherkennung von Erkrankungen und Optimierung des Herdenmanagements (Fütterung,...)
  • Monitoring der Produktqualität
  • Verbesserung der Umweltwirkung durch Einsparungen bei den Ressourcen
  • Verbesserung Tiergesundheit und Tierwohl
  • Effizienzsteigerungen

Ergebnisse

Maßnahmen zur Verringerung von Antibiotikaresistenzen

ENTWICKLUNG NEUER INSTRUMENTE ZUR UNTERSTÜTZUNG DES VERANTWORTUNGSVOLLEN EINSATZES ANTIMIKROBIELLER WIRKSTOFFE

Zu den Ergebnissen

Stoffwechselindex für die Rinderzucht
Mit Big Data komplexen Wechselwirkungen in der Gesundheit von Milchkühen auf der Spur

EINE VIELZAHL VON FAKTOREN WIRKT AUF DIE GESUNDHEIT VON NUTZTIEREN. ABER WAS WIRKT WO WIE STARK?

Zu den Ergebnissen

Akzeptanz der Digitalisierung in der Landwirtschaft

UMFRAGEN ZEIGEN ANFORDRUNGEN, WÜNSCHE UND BEFÜRCHTUNGEN VON LANDWIRT:INNEN, TIERÄRZT:INNEN UND ANDEREN GRUPPEN.

Zu den Ergebnissen

Benchmarking für Klauengesundheit und Lahmheit bei österreichischen Milchkühen

ANALYSE VON VERBESSERUNGSPOTENTIALEN FÜR BETRIEBE, UM DIE TIERGESUNDHEIT ZU VERBESSERN UND WIRTSCHAFTLICHE VERLUSTE ZU MINIMIEREN

Zu den Ergebnissen

Datenintegration mit Datenschutz, Konsistenz und Qualitätskontrollen

D4DAIRY INTEGRIERT BETRIEBSBEZOGENE DATEN, AUS MEHREREN QUELLEN UNTER BEACHTUNG VON DATENSCHUTZ UND DATENQUALITÄT

Zu den Ergebnissen

Vom Futtermittel in den Pansen und weiter zur Kuh: Neue Risiken der Mykotoxinbelastung in österreichischen Milchviehbetrieben

VORKOMMEN SOWIE POTENTIELLE NEGATIVE AUSWIRKUNGEN

Zu den Ergebnissen

D4Dairy Webinar – Mykotoxine

Am 12.1.2022 fand das erste von insgesamt drei D4Dairy Webinaren im Jänner 2022 statt, das als Dank für den Einsatz der Landwirte und Landwirtinnen im Projekt organisiert wurde. Unter dem Titel „Mykotoxine in der Ration von österreichischen Milchkühen - Wo kommt das Risiko her“ stellte Prof. Zebeli die Ergebnisse der im Rahmen von D4Dairy durchgeführten Dissertation von Mag. Felipe Penagos-Tabares und Informationen zur Vermeidung von Mykotoxinen im Futter vor. Das Webinar steht nun unter dem unten angegeben Link zum Nachsehen zur Verfügung. Ein herzliches Dankeschön an den Vortragenden!

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D4Dairy Webinar – Hitzestress vermindern und das Stallklima verbessern

Am 19.1.2022 fand das zweite von insgesamt drei D4Dairy Webinaren im Jänner 2022 statt, das als Dank für den Einsatz der Landwirte und Landwirtinnen im Projekt organisiert wurde.  Der Titel lautete „Hitzestress vermindern und das Stallklima verbessern“. Prof. Christoph Winckler (BOKU) stellte in seinem Vortrag „Hitzestress und die Auswirkungen auf Tierwohl und Tiergesundheit“ die im Rahmen von D4Dairy zum Thema Stallklima durchgeführte Studie und die Ursachen, Folgen und Ansätze zur Verminderung von Hitzestress vor. Ing. Zentner brachte in seinem Vortrag „Belüftungssysteme“ im Anschluss praktische Empfehlungen zur Verbesserung des Stallklimas. Das Webinar steht nun, unter dem unten angegeben Link zum Nachsehen zur Verfügung. Ein herzliches Dankeschön an die Vortragenden!

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D4Dairy Webinar – Kraftfuttereinsatz bei Milchkühen optimieren

Am 26.1.2022 fand das dritte von insgesamt drei D4Dairy Webinaren im Jänner 2022 statt, das als Dank für den Einsatz der Landwirte und Landwirtinnen im Projekt organisiert wurde.  Unter dem Titel „Kraftfuttereinsatz bei Milchkühen optimieren“ wurden die Themen Konzentratfuttereffizienz und Ökonomische Aspekte behandelt.  Prof. Werner Zollitsch (BOKU) stellte in seinem Vortrag mit dem Titel „Untersuchungen zur Konzentratfutter- Effizienz von Milchkühen anhand von Felddaten“ die Ergebnisse der im Rahmen von D4Dairy durchgeführten Masterarbeit von Sarah Joe Burn vor. Dr. Marco Horn brachte im Anschluss mit seinem Vortrag „Ökonomische Aspekte“ seine Erfahrungen aus dem Arbeitskreis Milch mit ein. Das Webinar steht nun, unter dem unten angegeben Link zum Nachsehen zur Verfügung. Ein herzliches Dankeschön an die Vortragenden!

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Umfrage unter Landwirten und Tierärzten

Im Rahmen von D4Dairy wurde im Sommer des letzten Jahres eine Umfrage zum Thema "Digitalisierung in der Nutztierpraxis" unter LandwirtInnen und TierärztInnen durchgeführt. Eine Präsentation der Ergebnisse finden Sie hier:

zum Video: Umfrage unter LandwirtInnen

zum Video: Umfrage unter TierärztInnen

Publikationen

Rezensierte wissenschaftliche Artikel
Nicht rezensierte wissenschaftliche Artikel
Rezensierten Konferenz-Beiträge

Projektpartner

Um diese komplexen und interdisziplinären Herausforderungen in Angriff nehmen und erfolgreich bewältigen zu können, knüpft D4Dairy ein international wettbewerbsfähiges, transdisziplinäres Netzwerk aus in- und ausländische Universitäten, Kompetenzzentren und Forschungseinrichtungen, sowie Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette Milch (Landwirte, Zuchtorganisationen, Milchverarbeiter, Tiergesundheitsdienste, Interessensvertretungen u.a.) und – last, but not least – nationalen und internationalen Technologieanbietern (Sensoren, Fütterung, Klimamessung, Datenverarbeitung). Das Konsortium besteht aus 31 Wirtschaftspartnern und 13 Wissenschaftspartnern und wird von Dr. Christa Egger-Danner (ZuchtData) geleitet.